MEINUNG: Die Lecks beim Apple MacBook Pro und Mac Mini waren seltener als Schaukelpferdekack. Ein Zufall oder ein Zeichen dafür, dass die Geheimhaltungskultur von Apple ins Wanken gerät? In jedem Fall ist es ein Problem, das Apple angehen muss.
Die Kultur der Geheimhaltung ist Teil des Reizes von Apple. Das ist einer der Gründe, warum es vor der Veröffentlichung so viele Spekulationen gibt. Durchgesickerte Renderings, Marketingmaterialien, Datenblätter, Einzelhandelsangebote oder praktische Videos sieht man kaum jemals. Im Vorfeld jeder größeren Markteinführung von Google und Samsung gibt es offenbar Zehntausende davon.
Und es ist wichtig. Dies ist einer der Gründe, warum Apple-Launch-Events immer noch die größten Events im Tech-Kalender sind und große Vorfreude und Zuschauerzahlen erfordern. Dies erhöht die Vorfreude darauf, dass diese Produkte tatsächlich für die breite Masse freigegeben werden.
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Allerdings hat Apples Ruf, die Ankündigungen neuer Produkte im Zaum zu halten, in diesem Monat einen seltenen Schlag erlitten, und das könnte ein besorgniserregendes Zeichen für das Unternehmen sein. Zwei neue Macs wurden gemeinfrei, bevor das Unternehmen sie offiziell der Welt vorstellte, was das undichteste Apple-Startfenster darstellt, an das wir uns erinnern können.
Anfang November veröffentlichten russische YouTuber Unboxing-Videos, in denen angeblich ein neues MacBook Pro-Modell mit Chips der M4-Serie vorgestellt wurde. Apple hat dieses Modell noch nicht enthüllt, es wird jedoch allgemein erwartet, dass dies später in dieser Woche mit Mac-bezogenen Ankündigungen geschehen wird.
Der gut vernetzte Apple-Reporter – durch guten, altmodischen Journalismus und die Pflege von Quellen eine ständige Quelle präziser Informationen – bezeichnete das Leck als „beispiellosen Verstoß“.
Er witzelte: „Die einzige Erklärung ist, dass Apple die Leute von Google Pixel angeheuert hat, um die neuen MacBook Pros bis zur Ankündigung zu behalten.“
Lustig, aber auch bemerkenswert. Wer auch immer beschuldigt wurde, den Vorrat des MacBook Pro M4 in Russland aufbewahrt zu haben, bevor er in den Verkauf ging, hat Fehler gemacht, sei es aus Versehen oder vorsätzlich.
Dann, am Montagabend, weniger als 24 Stunden vor der heutigen offiziellen Bestätigung des neuen Mac mini M4, erschien ein Hinweis auf das unangekündigte Produkt in der Amazon-Produktliste für den neuen iMac M4.
Damit wurde nicht nur das Spiel für den neuen Mac mini M4 verraten, sondern auch die Existenz der M4 Pro-Chipvariante und eines Mac mini-Modells mit dieser vergrößerten Version von Apple Silicon bestätigt.

Das deutet darauf hin, dass bezüglich der Enthüllungstermine einige Verhandlungen geführt wurden, und ich nehme an, dass das passieren kann, wenn eine Woche lang Ankündigungen geplant sind. Ob Amazon oder Apple hier einen Fehler gemacht haben, ist nicht bekannt und spielt wahrscheinlich auch keine Rolle.
In beiden Fällen kann man argumentieren, dass diese Lecks außerhalb der Kontrolle von Apple liegen und die Informationen Dritten anvertraut wurden.
Angesichts der Seltenheit dieser Lecks aus den engsten Kreisen von Cupertino deuten jedoch zwei Lecks in einem Produktzyklus darauf hin, dass die Standards möglicherweise ins Wanken geraten.
Traditionell gelten bei Apple die strengsten und strengsten Geheimhaltungsrichtlinien, sowohl gegenüber seinen Einzelhandelspartnern als auch gegenüber seinen Lieferanten. Apples Ansehen und Einfluss in der Technologiebranche bedeuten, dass ein Verstoß gegen diese Vertraulichkeitsvereinbarungen auf die Gefahr aller verletzenden Parteien zurückzuführen ist.
Intern wurde berichtet, dass es den Mitarbeitern strengstens untersagt sei, die Projekte, an denen sie arbeiten, mit anderen Mitgliedern ihres Teams zu besprechen. Prototypen von Geräten werden unter gefängnisähnlichen Hochsicherheitsbedingungen aufbewahrt. Dieses Zeug kommt einfach nicht in die freie Natur.
Außerdem kommt es in meiner über 15-jährigen Tätigkeit in diesem Geschäft einfach nicht vor, dass Medien vor bevorstehenden Ankündigungen informiert werden. Und wenn doch, dann bleibt es sehr, sehr ruhig.
Es würde mich überhaupt nicht überraschen, wenn CEO Tim Cook diesbezüglich eine sehr düstere Meinung vertritt und neue Protokolle eingeführt werden, um sicherzustellen, dass diese Lecks einmalig sind. Sollte dieser Grundgedanke der modernen Apple-Kultur auch nur geringfügig ins Wanken geraten, wird Cook versuchen, das Schiff so schnell wie möglich wieder in Ordnung zu bringen.

